Da ich gefragt wurde, ob ich auch eine Eselmilchseife ins Programm nehmen würde, und ich dieses verneint habe, an dieser Stelle nun ein paar Gedanken zu Stuten- und Eselmilch:
Es gibt mittlerweile viele Betriebe, die sich, speziell auf Stutenmilch, spezialisiert haben. Diese Betriebe haben sich teilweise auch auch schon zu einem Verband zusammengetan und werden “ordentlich” geführt, d.h. die Hygienevorschriften bezüglich des Lebensmittels Stutenmilch werden sicher eingehalten.
Nun sind aber Stuten (und auch Esel) nicht so melkbar wie z.B.Kühe, Ziegen, etc. (manche lassen sich gar nicht melken) und sind auch generell nicht so “viel Milch”-gebende Tiere wie diese. Um zu verhindern, daß diese Milch abgetrunken wird, werden vielfach die Fohlen über viele Stunden des Tages von der Mutter ferngehalten (was neben dem Hungergefühl auf Dauer auch durch den durch die Trennung verursachten Stress zu Verhaltensstörungen führen kann).
Hinzu kommt, daß für die Stutenmilchgewinnung im wesentlichen “unproblematische” Pferderassen (z.B. Haflinger) genommen werden, für die aber schlicht “so gut wie kein Markt” da ist, d.h. die Fohlen sind so gut wie nicht oder nur sehr schwer zu verkaufen. Was wird nun aus den vielen Fohlen (diese Frage ist auch, wie es in einem Untersuchungsbericht so schön in “amtsdeutsch” heißt, auch aus “amtstierärztlicher Sicht noch nicht zufriedenstellend gelöst”)? Die weiblichen kann man ja noch teilweise zur Zucht bzw. Milchgewinnung “gebrauchen”, aber die männlichen sind schlicht “überflüssig”. Da in Deutschland Pferdefleisch auch als Lebensmittel kaum verbreitet ist, bedeutet das oft auch noch einen Transport ins Ausland.
Gleiches gilt auch für die Eselsmilch - kleine Esel sind “niedlich” - aber wer kauft schon einen? Und als Last-/Nutztiere sind sind heute auch nicht mehr “hoch im Kurs”.
Im Gegensatz zu Kuhkälbern, Lämmern, etc., die - so makaber das sicher auch für den einen oder anderen auch sein mag, in unserem Land eben ein weit verbreitetes Lebensmittel sind, sind die Fohlen bei Pferden und Eseln im wesentlichen ein reines “Mittel zum Zweck”, da es ohne sie keine Milch geben würde, um die es hier ausschliesslich geht (das ist auch der Grund für die amtstierärztlichen “Bedenken”).
Als sehr kritisch zu sehen, ist auch noch der zusätzliche “Herbstabfohlprozeß” - naturgemäß werden die Fohlen im Frühjahr geboren; um aber die Melkzeit zu verlängern, wird versucht, die Stuten noch einmal zum Herbst in die Rosse zu bekommen (das ist nicht ganz einfach und gelingt auch nicht immer). Das ist nicht nur eine zusätzliche Belastung für die Stuten, sondern die daraus resultierenden Fohlen sind auch anfälliger (ein Auslauf, wie ihn z.B. die Frühjahrsfohlen auf der Weide haben, ist den Winter über auch vielfach nicht möglich).
Stutenmilch ist mittlerweile ein Wirtschaftsfaktor geworden - wie vieles andere auch und “behördlich” geregelt und genehmigt - für mich gibt es aber trotzdem Kriterien (wie eben die “Fohlenfrage”), die für mich einen Einsatz in meinen Produkten nicht erstrebenswert machen.
Ich ziehe hier, ebenso wie schon beim Palmöl, andere Alternativen vor.
Ich bin mir auch durchaus bewußt, daß es in vielen anderen “tierischen” Bereichen ebenfalls Mißstände gibt - dies sind einige meiner “Versuche” (es gibt noch etliche andere, die aber nicht unbedingt direkt mit “Seifen” zu tun haben) nicht noch neue dazukommen zu lassen.
Das sind “meine Gedanken” zu diesem Thema - andere mögen dies anders sehen.










Elke
schrieb am 5. November 2009 um 21:58 Uhr (Kommentar)Ich finde es große Klasse keine Stuten- bzw. Eselmilch zu verwende.
Mal ganz abgesehen von den armen Fohlen werden die Stuten oft sehr “sparsam” getränkt, damit die Milch konzentrierter ist und mehr “Wirkstoff” hat.
Da ich selbst Pferdeliebhaberin bin lese ich oft solche Berichte in Pferdezeitschriften.
Ute Beyer
schrieb am 22. Juli 2009 um 18:23 Uhr (Kommentar)Vielen, vielen Dank sowohl für Ihre Entscheidung zum Verzicht als auch für diesen Artikel überhaupt!
Wie unwissend und mit Scheuklappen behaftet man manchmal als Verbraucher doch ist….was zumindest für mich hier leider zutrifft.
Als Inbegriff für Körperpflegeluxus hatte ich bereits damit geliebäugelt, mir einmal Seife mit Stuten- bzw. Eselsmilch zu kaufen. Tiefere Gedanken über die Herkunft der Milch habe ich mir dabei nicht gemacht….im Gegensatz zur herkömmlichen Kuhmilch, wo mir nur Bio-Prudukte in den Kühlschrank kommen; wie dumm….
Beim Stöbern auf Ihrer Seite bin ich nun auf Ihren Kommentar gestoßen, der mir die Augen geöffnet und meine Dämlichkeit vor selbige geführt hat.
Vielleicht mag Ihnen der ein oder andere Kunde verloren gehen, weil Sie diese Produkte nicht anbieten. Aber ich bin sicher, dass es auch Kunden wie mich gibt, die gerade diesen konsequenten Verzicht als dicken Pluspunkt sehen und eben gerade deshalb lieber Seifen bei Ihnen kaufen!
La_una
schrieb am 16. Juli 2009 um 22:13 Uhr (Kommentar)Das finde ich super. Ohne Prinzipien ist die Welt doch nichts mehr wert!!!